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    “ ... bei zuviel Mehrarbeit sage ich Nein!” Die Einführung von teilautonomen Arbeitsgruppen auf der betrieblichen Rüttelstrecke
    Was haben wir dazu gelernt, wenn es um die Einführung von teilautonomer Gruppenarbeit geht? Seit etwa dreißig Jahren wird in Deutschland in mittleren und größeren Unternehmen, in Verwaltungen und bei Dienstleistern Gruppenarbeit eingeführt. Neuere Untersuchungen zeigen, dass 11,8 % aller abhängig Beschäftigten in Deutschland in Gruppenarbeit tätig sind, davon zur Zeit 3,2% in teilautonomer Gruppenarbeit, mit leichter Tendenz nach oben (Nordhause-Janz & Pekruhl 2000, S. 66). Die Gründe verändern sich von der ursprünglich gesellschaftlicher Aufklärung verpflichteten "Humanisierung des Arbeitslebens" in den 70er Jahren zum "Unternehmertum auf Shop-Floor-Ebene" in den 90ern. Immer jedoch geht es darum, dass die Gruppe Verantwortung für ihren Produktionsprozess und für die Qualität der Produkte übernimmt und dass Vorarbeiter und Meister an Bedeutung verlieren. Die Autonomie der an der Werkbank tätigen Menschen in der Gruppe wächst. Die Steuerbarkeit der Gesamtorganisation wird über den Teil“ gesichert, der von der Autonomie ausgenommen wird (was immer das im Einzelnen ist, und wie immer es konkretisiert wird). Die aufgeschriebenen und affirmativ vorgetragenen Konzepte sind weitgehend gleich geblieben: Job-enrichment und job-enlargement finden ihre Form in ganzheitlicherer Arbeitsgestaltung, breiterer Qualifikation und in der Selbststeuerung der Gruppe in der Gruppensitzung unter Moderation des gewählten Gruppensprechers. Was in den 70ern noch nebulös blieb (was ist denn der „nichtautonome“ Teil der Gruppenarbeit – vielleicht war man schon froh überhaupt über Autonomie reden zu dürfen?) wird in den 90ern schärfer gefasst: für mehr Leistung der Gruppe gibt es mehr Geld (Gruppenprämie) und die Kommunikation zu den Entscheidungsebenen des Unternehmens wird durch Zielvereinbarungen gesichert. Teilautonomie wird zur – versprochenen – Mitsprachemöglichkeit der Produzenten im Produktionsprozess. So hat es den Anschein, als hätten Sozialwissenschaftler, Berater und Unternehmen nicht besonders viel gelernt in den letzten 30 Jahren. Und Gruppenarbeit ist das, was man sich darüber erzählt in Unternehmen und Beraterkreisen: Die einen beschwören 15 bis 30 % Produktivitätsfortschritt, andere erzählen von diesem oder jenem Unternehmen, das gerade dabei ist, Gruppenarbeit wieder abzubauen, weil sie nichts brächte, und jeder beruft sich auf seine Quellen (Engroff & Stoffels 1998; Wompel 1999). Als Berater, die sich seit 30 Jahren auf diesem Feld tummeln, müssen wir uns mit dieser Thematik auseinandersetzen. Was ist in den Organisationen und was mit Gruppenarbeit passiert in den letzten Jahren? Welche Erfahrungen prägen die kommunizierten Bilder, die das Konzept seltsam unberührt lassen und es gleichzeitig nach wie vor zum Stein des Anstoßes eher ideologisch geprägter Auseinandersetzung um die Herrschaft in der Gesellschaft machen? Was ist geblieben von den Anfängen in den 70er Jahren, und wo wissen wir heute mehr? Wie kommt es, dass Teilautonome Gruppenarbeit noch immer oder wieder „passt“, wo sich doch die Kontexte des Wirtschaftens mit allseits beschriebenen Globalisierungsschüben drastisch verändert haben?
    Publicationtype: Working Paper
      888  327
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    Lokales Wissen in der betrieblichen Lebenswelt. Theoretische und empirische Studien zur Wissensentwicklung in Praxisgemeinschaften der industriellen Fertigung
    Mit der vorliegenden Arbeit wird beabsichtigt, die Entwicklung lokalen Wissens in Praxisgemeinschaften empirisch aufzuzeigen. Im ersten Teil werden die dafür notwendigen theoretischen Grundlagen ausführlich dargestellt. Als Feld der empirischen Forschung wurde ein Fertigungssystem der industriellen Produktion gewählt. Für diese Wahl sprachen v. a. zwei Gründe: (1) Ein Ziel dieser Arbeit besteht darin, empirische Evidenzen für das Phänomen des lokalen Wissens zu sammeln. Mit Arbeitsgruppen der industriellen Fertigung werden Praxisgemeinschaften untersucht, von welchen traditionell keine Wissensentwicklung erwartet wird, da sämtliche Abläufe seitens der Planung angeblich vorweggenommen wurden. Demnach stellt die planmäßige Ausführung der Vorgaben die einzige Anforderung dar. (2) In der industriellen Produktion kommt der Analyse lokalen Wissens besonders hohe praktische Relevanz zu. So wird mit der Reintegration von Planung und Fertigung die tayloristische Trennung von Kopf und Hand zwar zu überwinden versucht, doch wird dabei noch viel zu wenig berücksichtigt, daß dies mit einem wachsenden Koordinationsbedarf einhergeht. Wird darauf nicht mit entsprechenden Maßnahmen reagiert, wachsen sich die von Weltz (1988) beschriebenen Doppelwirklichkeiten zu einer unüberwindlichen Barriere für effizientes Wissensmanagement aus: Die lokalen Kontexte fallen immer stärker auseinander, da die Bedeutung von Vorgaben, Regeln und Normen zwischen den Praxisgemeinschaften immer weniger konsensualisiert wird.
    Publicationtype: Working Paper
      608  587
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    Über Grundsätze zur Gestaltung von Simulatorsettings für Forschung und Lehre
    Ziel dieser konzeptionellen Arbeit ist es, einen Beitrag zur Gestaltung von Simulatorsettings zu leisten. Diese Ansatzpunkte sollen in psychologischer Theorie begründet sein. Eine Leitvorstellung ist dabei der Versuch, das Simulatorsetting so ökologisch valide wie möglich zu inszenieren und dabei die experimentelle Kontrolle nicht nur zu erhalten, sondern sogar noch zu erhöhen. Dann liessen sich im Simulatorsetting Prozesse authentischer und eproduzierbarer induzieren als dies in den meisten anderen Forschungssettings der Fall sein kann. Die Nutzung dieses Potenzials wird aber nur gelingen, wenn die grundlegenden Zusammenhänge und Wirkfaktoren im Simulatorsetting verstanden sind. Die vorliegende Arbeit fußt dabei auf der Grundannahme, dass es neben der Fidelity noch weitere Wirkfaktoren in Simulatorsettings gibt, die über die ökologische Validität für Forschung und Training (mit)entscheiden. Einige dieser Faktoren werden beschrieben - viele bleiben notwendigerweise außer Acht. Als Setzung, die an dieser Stelle nicht in allen Details begründet werden kann, wird weiter davon ausgegangen, dass ein Simulatorsetting dann erfolgreich(er) ist, wenn alle Beteiligten, Trainer, Forscher und Teilnehmer mit ähnlichen Vorstellungen über die Möglichkeiten und Grenzen des Simulatorsettings in diesem agieren, wenn sie also eine eigene, ökologisch valide Simulatorrealität ko-konstruieren. Erfolgreicher könnte hier für den Trainingszusammenhang höhere Motivation oder geringere Widerstände bedeuten. Für die Forschung bedeutet es, handlungsleitende Motive und Ziele besser einschätzen zu können bzw. sie unter solchen Bedingungen erst explizierbar oder wenigstens besser einschätzbar zu machen. Ko-Konstruktion wird hier aus medienpsychologischer Sicht in Anlehnung an Schreier (2001) als das Einvernehmen aller Beteiligten bezüglich ihrer Antizipationen von Möglichkeiten und Grenzen des Simulatorsettings sowie das Einvernehmen bezüglich der eigenen (Handlungs-)Beiträge zu seinem Gelingen verstanden. Als Folge sollte etwa den Beteiligten klar sein, wo sie über Lücken in der Realitätstreue des Settings hinwegsehen müssen, um dessen Funktionieren aufrecht zu erhalten. Bricht die Ko-Konstruktion zusammen, so agieren die Beteiligten mit unterschiedlichen Vorstellungen und Ansprüchen im Setting. Hieraus ergeben sich, wie zahlreiche unserer Beobachtungen belegen, leicht Frustrationen und Ärger. Es wird fraglich(er), welche situativen Aspekte für die Beteiligten im Simulatorsetting handlungsleitend waren, die experimentelle Kontrolle nimmt ab. Möglicherweise wird die Zusammenarbeit (innerlich) auch gänzlich gekündigt. Es sei betont, dass die Sinnhaftigkeit von bewusst zerstörter Ko-Konstruktion nicht grundsätzlich in Frage gestellt wird, um etwa Provokationen gezielt zu verwenden, die für die Reflexion nutzbar gemacht werden sollen. Um aber solche Effekte gezielt nutzen zu können, bedarf es zunächst des Wissens um den Aufbau von Ko-Konstruktion im Simulatorsetting. Mit diesem Wissen gewinnen Trainer und Forscher Möglichkeiten, die experimentellen Potenziale bei Aufrechterhaltung der ökologischen Validität von Simulatorsettings besser auszuschöpfen, und sei es, in dem sie die gesetzten Konventionen bewusst verletzen. Es gilt dabei für die Ko-Konstruktion relevante Faktoren und Konventionen des Simulatorsettings zu finden und letztlich einer begründeten Manipulation (Salas, Bowers & Rhodenizer 1998) zugänglich zu machen.
    Publicationtype: Working Paper
      687  1083
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    Die Explikation beruflichen Wissens in Know-how-Landkarten: Eine empirische Untersuchung mit Anwendern in einem Pilotprojekt
    Die folgende Untersuchung geht von der Annahme aus, dass Wissensmanagement (WM) in Organisationen eine individuelle Interventionsebene benötigt. Die technischen Voraussetzungen zur Realisierung von WM-Lösungen sind auf der Basis von Datenbank- und Intranet-Technologien weitgehend gegeben. Dass diese Möglichkeiten im Alltag bisher nicht ausreichend genutzt werden, mag daran liegen, dass soziale, organisationale und individuelle Voraussetzungen nicht gleichwertig beachtet und gestaltet werden. Dabei wird regelmäßig darauf verwiesen, dass ohne eine aktive Beteiligung der Mitarbeiter kein WM-Projekt funktionieren kann (Sveiby 1997; Schüppel 1996; Schneider 1996). Die personale Ebene des Themas wird bisher programmatisch in einer veränderten Situation der Beschäftigten bei abnehmender Arbeitsplatzsicherheit gesehen. Beschäftigte sollten demnach ihr Wissen entwickeln, um ihre Beschäftigungsfähigkeit auch über das aktuelle Arbeitsverhältnis hinaus zu erhalten (von Krogh & Venzin 1997; Willke 2000). Eine operationale Umsetzung findet diese Position in Ansätzen, die persönliche Arbeitstechniken und individuelle Arbeitsorganisation, insbesondere den Umgang mit Informationen, auf individueller Ebene verbessern wollen (Reinmann-Rothmeier & Mandl 2000). Da Beschäftigte jedoch Teil einer sozialen Praxisgemeinschaft im organisatorischen Gesamtgefüge sind, reicht die Anpassung individueller Leistungsfähigkeit oder Leistungsbereitschaft an veränderte ökonomische und organisatorische Rahmenbedingungen für ein lebendiges WM nicht aus. Es gilt, das Verhältnis zwischen Individuum und Organisation mit zu reflektieren, wenn der Umgang mit Wissen in Organisationen systematisch gemanagt werden soll (Wehner & Dick 2001). Anders ausgedrückt: Wenn Wissen die entscheidende Ressource zukünftigen Wirtschaftens ist, dann muss der Wandel zur Wissensorganisation von den Beschäftigten nicht nur nachvollzogen sondern auch mitgestaltet werden. Ein Pilotprojekt in einem Industrieunternehmen, das genau diesen Anspruch verfolgte, gab uns die Gelegenheit, die Haltung, das Problembewusstsein und die Vorschläge der Mitarbeiter zu WM von Beginn an bis zur Realisierung eines ersten Tools (Yellow Pages) begleitend zu erforschen. Dieser Beitrag dokumentiert eine der begleitenden Untersuchungen, in der es darum ging, die Mitarbeiter bei der Codierung ihres Wissens und dem Ausfüllen vorbereiteter Dateneingabemasken zu unterstützen.
    Publicationtype: Working Paper
      509  322
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    Förderung interkultureller Kompetenzen in der Arbeit - Zur Konzeption und Durchführung eines theoriegeleiteten Trainings
    Die zunehmende Globalisierung führt zu einem immensen Anstieg von Firmenballungen, skeptisch als „Fusionitis“ (Schwarz 1999) oder Merger Mania (Mole 1990) bezeichnet. Genaue Zahlen sind jedoch kaum zu finden, weder zur Anzahl von Fusionen und Übernahmen noch zu ihren Erfolgsaussichten; Zahlen für nationale und internationale Zusammenschlüsse gehen undifferenziert durcheinander. Eine weitere Entwicklung besteht darin, dass multinationale Firmen nationale Tochtergesellschaften in Produktbereiche umwandeln, die von multinationalen Teams geleitet werden. Die Aussagen zum Erfolg von Zusammenschlüssen sind extrem unterschiedlich. Auch die Kriterien zur Bewertung eines Zusammenschlusses als Erfolg respektive Misserfolg sind sehr unterschiedlich und werden vielfach auch nicht transparent gemacht. Viele Finanzstudien besagen, dass es nur begrenzte oder gar keine Gewinnsteigerungen aus Fusionen und Übernahmen gibt. Vermutete Erfolgsquoten von Zusammenschlüssen in Europa liegen zwischen 40 % und 60 %; vermutete Quoten des Scheiterns liegen zwischen 20 % und 50 %; dazwischen liegen ca. 20 % als uninteressant einzustufende Verbindungen (Olie 1995). Entsprechende Zahlen liegen für Fusionen etc. in den USA vor. Laut einer Studie der Bank Cantrade sind 60 % bis 80 % aller Firmenzusammenschlüsse in den USA ein finanzieller Fehlschlag, erkennbar auch an den Aktienkursen (Delko 1999). Neuere Studien belegen den Misserfolg von Fusionen und Übernahmen weltweit in einem bis zwei Drittel aller Fälle (Siegwart/Neugebauer 1998). Eine Untersuchung von niederländischen Fusionen verweist darauf, dass in der Vor-Fusions-Phase finanzielle Aspekte für die Entscheidung zum Zusammenschluss bestimmend sind. In der Implementationsphase werden dann personelle und kulturelle Aspekte wichtig, die über das Gelingen oder Scheitern des Zusammenschlusses entscheiden. Von 73 niederländischen Fusionen in der Zeit von 1986 bis 1988 litten 50 % unter personellen und kulturellen Problemen (Olie 1995). Die Bedeutung des kulturellen Faktors wird auch durch andere Studien belegt. Das Modul „Human Factors in International Collaboration“ im Rahmen des von der Europäischen Union (Leonardo) geförderten Pilotvorhabens EUROPADS (European Professional Aerospace Development Scheme) ist bereits mehrmals erfolgreich angeboten worden. Teilnehmer aus verschiedenen Ländern (Frankreich, Belgien, Kenia, UK, USA und Deutschland) lernten in einem englischsprachig durchgeführten, einwöchigen Kurs interkulturell zusammenzuarbeiten. Bei dem innovativen EUROPADS-Projekt arbeiten neun Hochschulen und bedeutende Unternehmen aus der Luftfahrtbranche aus sechs europäischen Ländern zusammen. Ziel ist, eine modularisierte, berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung insbesondere für in der Luftfahrtindustrie tätige Ingenieure zu ermöglichen. Dies geschieht über die Entwicklung von Modulen, die auf den besonderen Bedarf der Luftfahrtindustrie zugeschnitten sind. In einem ersten Schritt werden zwölf Module in internationaler Arbeitsteilung erarbeitet; die TUHH ist an der Entwicklung von zwei Modulen beteiligt. Neben dem Modul „Human Factors in International Collaboration“ erarbeitet sie noch das Modul „Aircraft Systems Technology“. Thematische Schwerpunkte sind: Kultur, Diversität, Kommunikation, Kooperation und Perspektivenwechsel.
    Publicationtype: Working Paper
      564  598
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    Definitions- und Re-Definitionsprozesse im Wissensmanagement. Eine Falldarstellung zur Sensibilisierung und Initiierung
    Die Auseinandersetzung mit dem Thema Wissensmanagement im Kontext einer vornehmlich betriebswissenschaftlich geführten Diskussion kann als ein bisher vor allem auf konzeptueller Ebene geführter Diskurs eingeschätzt werden. Es fehlen demgegenüber weitgehend systematisch reflektierte betriebliche Erfahrungen zum Thema. Anhand einer Falldarstellung zur Initiierung von Wissensmanagement in einem mit Forschungs- und Entwicklungsprojekten befassten mittelständischen Unternehmen in der Schweiz wird das Thema Wissensmanagement aus arbeitspsychologischer Perspektive als Problematik der Analyse und Gestaltung wissensorientierter Kooperation reformuliert. Die Falldarstellung veranschaulicht Fallstricke und Meilensteine auf dem Weg zu einer konkreten Initiierung von Wissensmanagement. Dabei wird ein Schwergewicht auf Prozesse der betrieblichen Re-Definition des zunächst einmal abstrakten Themas Wissensmanagement gelegt. Der methodischen Unterstützung von Sensibilisierungsprozessen für das Thema Wissen kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Es werden Wege aufgezeigt, Prozesse der Explikation unterschiedlicher Akteursperspektiven wissenschaftlich zu reflektieren und zugleich – im Sinne einer dialog- und interventionsorientierte Forschungsstrategie – praktisch zu unterstützen. An einem konkreten Fall werden so Möglichkeiten wie Grenzen einer Verschränkung individueller und kollektiver Re-Definitionsprozesse dargestellt. Innerbetriebliche, wie forschungsbezogene Faktoren, die zu einer erfolgreichen Initiierung des Projekts geführt haben, werden anhand konkreter Ereignisse und Akteurskonstellationen dargestellt und abschliessend auf einer Metaebene diskutiert.
    Publicationtype: Working Paper
      1298  408
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    Soziotechnische Systemanalyse im Krankenhaus. Eine arbeitspsychologische Fallstudie in der Anästhesiologie
    Das moderne Krankenhaus präsentiert sich als eine in eine Vielzahl von Fach- und Funktionsbereichen sowie Spezialisierungsrichtungen gegliederte Organisation. Hauptmotor dieser Entwicklung war und ist der medizinische Fortschritt, der immer kompliziertere und offensivere diagnostische und therapeutische Verfahren hervorbringt. Die Zielsetzung eines Krankenhauses besteht in der Heilung oder zumindest der Linderung von Krankheiten, um die Lebensqualität der Erkrankten zu erhöhen. Eine Verbesserung der medizinischen Patientenversorgung ist jedoch nicht mehr allein durch Vermehrung traditionellen medizinischen Wissens und durch die Perfektionierung der Artefakte oder der operativen Prozeduren zu erreichen. Aus diesem Grunde wird das Krankenhaus zunehmend theoretisches und praktisches Arbeitsfeld nicht nur rein medizinisch-pflegerischer Berufsgruppen, sondern auch fachfremder Wissenschaften, wie zum Beispiel den Wirtschaftswissenschaften, der Informatik, der Soziologie oder der Psychologie, die sich mit unterschiedlichen Thematiken der Organisation auseinandersetzen. Allein in Untersuchungen des Wissenschaftsbereiches der Psychologie wurden sehr unterschiedliche Aspekte der Krankenhausarbeit fokussiert. Da die medizinische und pflegerische Tätigkeit in hohem Masse durch den Einsatz von Medizintechnik unterstützt wird, ist das Krankenhaus darüber hinaus Untersuchungs- und Anwendungsfeld ergonomischer Forschung (vgl. Friesdorf, Groß-Alltag, Konichezky & Schwilk, 1993; Held, 1998). Im Zuge der rechtlichen Fixierung der Forderung nach medizinischer Qualitätssicherung rücken neben den benannten Feldern psychologischer Forschung immer mehr die organisationalen Bedingungen des Gesamtbehandlungsprozesses in den Mittelpunkt des Interesses (vgl. Ahnefeld & Stein, 1990), von denen angenommen wird, dass sie Auswirkungen auf die Qualität der Patientenversorgung haben (vgl. Brennan et al., 1991; Nolan, 2000). Defizite im organisationalen Verlauf der Behandlung finden ihren Niederschlag zum Beispiel in Wartezeiten an den Grenzstellen zwischen den einzelnen Subsystemen des Krankenhauses, in Spannungen zwischen und innerhalb der Berufsgruppen und in dem intensiven Bestreben der einzelnen Fach- und Funktionsbereiche, sich als selbständige Einheiten zu etablieren (vgl. Bornewasser & Schnippe, 1998; Büssing, Barkhausen & Glaser, 1996). Es gelingt scheinbar nicht, den Behandlungsprozess so zu gestalten, dass die einzelnen Leistungen der Subsysteme in Inhalt und Ausprägung auf einen Gesamtprozess hin abgestimmt werden. Umso erstaunlicher ist es, dass der Gesamtbehandlungsprozess und die damit verbundene interdisziplinäre Zusammenarbeit bisher wenig Beachtung in der arbeitspsychologischen Forschung gefunden haben, und trotz früher Wurzeln in diesem Feld (vgl. z.B. Perrow, 1965; 1970) kaum am Handlungsfeld des Krankenhauses kritisch geprüften Instrumente zur Erfassung systematischer Integrationsdefizite vorliegen. Die vorgestellte Untersuchung stellt einen Versuch dar, diesem Bedarf mit einem in verschiedenen Industrie- und Dienstleistungsbetrieben erprobten Verfahren, der ganzheitlichen Betriebsanalyse Mensch-Technik-Organisation (Strohm & Ulich, 1997), zu begegnen. Der Anspruch und Stellenwert der Untersuchung ist deutlich der einer breiten, systematischen Analyse und Deskription des anästhesiologischen Feldes aus arbeitspsychologischer Perspektive. Der Fokus liegt dabei auf dem Operationssaal (OP) bzw. auf dem OP-Bereich, der aufgrund seiner zentralen Funktion innerhalb des Gesamtbehandlungsprozesses als Kristallisationspunkt bestehender Probleme in den Prozessen des Krankenhauses anzusehen ist (vgl. Bauer & Martin, 1999). Als Untersuchungseinheit innerhalb des OP-Bereichs wurde das Arbeitssystem Anästhesiologie gewählt, da es zum einen hochgradig mit anderen Bereichen der prä-, peri- und postoperativen Patientenversorgung vernetzt ist, zum anderen jedoch selbst keine Steuerungsfunktionen wahrnimmt. Auf Systeme, wie in diesem Fall die Anästhesiologie, die durch eine hochgradige Vernetzung mit anderen Systemen gekennzeichnet sind, wirken andere Systemkomponenten stark ein, sie selber geben, bei gleichzeitiger Passivität, diese Wirkung jedoch nicht weiter (vgl. Ninck, Bürki, Hungerbühler & Mühlemann, 1998). Sie können daher als Indikatorgrössen für im Gesamtsystem auftretende Schwankungen und Störungen angesehen werden und gewinnen so zentrale Bedeutung für die Analyse und Beschreibung soziotechnischer Systeme.
    Publicationtype: Working Paper
      1629  1087
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    Wissensmanagement als Integrationsmetapher. Eine Fallstudie zur Situation von Führungskräften und deren Haltung zur Ressource Wissen
    Dieser Beitrag entstand im Rahmen eines Anwendungsprojektes zum Wissensmanagement<br /> mit einem Luftfahrtunternehmen. Im Rahmen dieses Forschungsprojekts bot es sich an, der Projektauswertung und den Mitarbeiter-Befragungen eine Untersuchung der Perspektive von mittleren Führungskräften hinzuzufügen.
    Publicationtype: Working Paper
      353  355
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    Die Situation des Fahrens : Phänomenologische und ökologische Perspektiven der Psychologie
    (2001)
    Mit dem Blick auf die Situation des Fahrens sollen neue Perspektiven auf ein vielfältig diskutiertes Phänomen erschlossen werden. Der Gegenstand des Fahrens in verschiedenen psychologischen Subdisziplinen wird zu Beginn der Arbeit nachgezeichnet... Zentrale psychologische Merkmale wie der horizontale Blick, die leibliche Einheit mit dem Fahrzeug, die eigene Steuertätigkeit oder die motorisierte Übersetzung körpereigener in Fortbewegung lassen es als sinnvoll erscheinen, das Auto- und Motorradfahren zusammenzufassen und von anderen Fortbewegungsarten, etwa dem öffentlichen Transport oder dem Fahrradfahren und Gehen abzugrenzen. Das Motorbootfahren weist phänomenologisch interessante Ähnlichkeiten zum Auto- und Motorradfahren auf, wird aber nicht berücksichtigt, da es für die Mobilitätsproblematik vergleichsweise marginal ist. Gleiches gilt für das Skifahren und das Segeln, die zwar nicht motorisiert sind, sich aber andere physikalische Kräfte zur Beschleunigung zu eigen machen. Für diese vorgeschlagene Kategorisierung gibt es bisher lediglich einen technokratischen Begriff: MIV (Motorisierter Individualverkehr). In dieser Arbeit verwende ich den Begriff Fahren für die Nutzung selbstgesteuerter Fahrzeuge und betrachte nur die motorisierten darunter. Ich wähle einen theoretischen und einen empirischen Zugang zum Phänomen des Fahrens. In der Chronologie des Forschungsprozesses stand die Empirie am Anfang, so wie es einem entdeckenden Forschungsdesign entspricht. Die theoretische Arbeit erfolgte im Anschluss an die Empirie, vor allem auch, weil sich das Thema „Mobilität“ aus der Erforschung der „subjektiven Welt des Fahrens“ heraus zu einem Schwerpunkt unserer Arbeitsgruppe entwickelte. Ging es zunächst darum, den Reiz des Fahrerlebnisses empirisch zu entfalten und dessen positive Valenz aus der Tätigkeit selbst heraus zu begründen, erweiterte sich die Fragestellung anschließend zu einem anwendungsbezogenen interdisziplinären Projekt mit Verkehrswissenschaftlern und Stadtplanern. Dabei zeigte sich, dass gerade der Anwendungsbezug und die Vermittlung psychologischen Denkens über Fachgrenzen hinaus die Explikation grundsätzlicher Orientierungen erfordert. Es reicht eben nicht aus, beispielsweise experimentelle Befunde über Verkehrsmittelwahl zu referieren, der gemeinsame gestalterische Impuls erfordert eine Verständigung darüber, als was Verkehrsmittelwahl verstanden werden soll. Dabei wird interdisziplinär weitgehend vorausgesetzt, dass sie als Teil einer subjektiven Motivstruktur in alltägliche Handlungs- und Tätigkeitsvollzüge eingebettet ist.
    Publicationtype: Working Paper
      1241  2873
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    „Mobilität“ – Ein multidisziplinärer Begriff im Alltagsverständnis
    In einer Strategie, die Verkehr als Folge orts- und raumbezogener Entscheidungen versteht, spielt die alltägliche Perspektive der Verkehrsteilnehmer eine wichtige Rolle. Diese werden im psychologischen Sinne als Handelnde verstanden: Die Teilhabe am Verkehr ist kein Entscheidungs- oder Einstellungsproblem, sondern eingebettet in persönliche Motive, Wünsche und Werte, und sie ist Teil eines individuellen Mobilitätsarrangements. Das von uns bearbeitete psychologische Arbeitspaket möchte diese komplexe Wirklichkeit für die Erforschung und Planung des Verkehrs zurückgewinnen sowie ökologischen Kriterien in dieser Alltagswirklichkeit zur Geltung verhelfen. Mit diesem Text wird der erste empirische Baustein dieses psychologischen Akzents dokumentiert. Mobilität als Rahmen für die Entstehung und das Verständnis von Verkehr ist subjektiv ein abstrakter Begriff. So stark er die Diskussion mittlerweile beherrscht, so unscharf ist seine Definition. Wir fragen danach, was Menschen unter Mobilität verstehen und mit welchen Alltagssituationen sie sie assoziieren.
    Publicationtype: Working Paper
      718  684